Das Chinchilla als Heimtier

Niedliche Wesen

 

Aufgrund ihres niedlichen Äußeren, findet man Chinchillas oftmals als Haustiere in Kinderzimmern wieder. Leider wird diesen nachtaktiven und durchaus schüchternen Gesellen dies oftmals zum Verhängnis.

 

Chinchillas, so flauschig sie auch sind, sind nämlich nicht wirklich die größten Kuschelfans. Auch wollen sie, ihrem Sein als nachtaktive Nager entsprechend, lieber in den Abend- und Nachtstunden die Wohnung und das Gehege unsicher machen, als tagsüber in ihrer Ruhezeit gestört zu werden.

 


Vom Pelzlieferanten zum Heimtier

 

So richtig beliebt als Haustiere wurden die Chinchillas erst in den letzten Jahrzehnten, was sie allem voran den Tierschützern zu verdanken haben. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts brachte man die ursprünglich in Südamerika wildlebenden Chinchillas nach Deutschland und züchtete sie hier auf großen Pelzfarmen als Pelzlieferanten. Den Weg in die Zoofachgeschäfte und Wohnzimmer fanden sie von Tierschützern aus Zuchtfarmen oder Versuchslaboren befreit. Mittlerweile werden sie in den unterschiedlichsten Farben gezielt gezüchtet, gelten aber noch immer nicht als domestiziert.

 

Chinchillas in der Heimtierhaltung

 

Wer mit dem Gedanken spielt sich Chins anzuschaffen sollte wissen, dass diese absolut soziale Rudeltiere sind, die mindestens zu zweit gehalten werden sollten. Der Mensch alleine kann ihre Bedürfnisse nach Sozialkontakten, ähnlich wie bei Meerschweinchen, Kaninchen und Co, nicht befriedigen. Hierbei vertragen sich gleichgeschlechtliche Tiere recht gut, sofern kein Tier des anderen Geschlechtes in der Nähe ist. Bei der Paarhaltung sollte beachtet werden, dass nur kastrierte Böckchen in Frage kommen. Wobei der Eingriff bei Chinchillas recht kompliziert ist und nicht grundlos durchgeführt werden sollte. Dennoch sollte die Zucht dieser Tiere nur dann in Angriff genommen werden, wenn man sich mit den Gegebenheiten, der Genetik und den Folgen auseinander gesetzt hat. Vor allem, weil Weibchen unmittelbar nach der Geburt wieder gedeckt werden können, ist eine unkastrierte dauerhafte Paarhaltung nicht zu empfehlen.

 

Bewegung, Unterbringung und Co

 

Da Chinchillas sehr bewegungsfreudige Tiere sind, die gerne springen, klettern und Abwechslung suchen, sind handelsübliche Käfige meist nicht geeignet. Wer seinem Chinchilla also lieber einen Eigenbau zukommen lassen möchte, findet hierzu gängige Anleitungen im Internet und in diversen Chinchillagruppen. Ansonsten sind Volieren definitiv besser geeignet. Pro Tier sollte eine Grundfläche von mindestens 0,75 m³ zur Verfügung stehen, je größer desto besser natürlich. Aber auch ein eigenes, gesichertes Chinchillazimmer ist eine gute Alternative. Die angemessene Temperatur für Chins liegt bei 18-21 Grad Raumtemperatur. In unseren Breitengraden kommt eine Außenhaltung eher nicht in Frage.

 


Fellpflege, Ernährung und Co

 

Eines der wichtigsten Dinge in der Chinchillahaltung ist die Fellpflege. Hierbei ist ein Sandbad für das Wohlbefinden der Tiere unentbehrlich. Da Vogelsand zu grobkörnig ist und Verletzungen hervorrufen kann, ist ein spezieller Chinchilla Badesand zu empfehlen.

 

Zur gesunden Ernährung von Chinchillas gehören Heu, Wiesengrün, getrocknete Kräuter, Blüten und Blätter, sowie hochwertige Pellets bzw. Samenmischungen. Natürlich darf auch täglich frisches Wasser nicht fehlen. Da Chinchilla zu den Nagetieren zählen, sollten sie keinen Zugang zu giftigen Stoffen wie Plastik, giftigen Pflanzen, Stromkabeln und sonstigen gefährlichen Dingen haben.

 

Chins sollten grundsätzlich nur mit Artgenossen gehalten werden. Bitte vergesellschaftet sie daher nie mit anderen Tieren. Ein Chinchilla kann durchaus ein Alter von 15 bis zu 22 Jahren erreichen, dies sollte vor der Anschaffung bedacht werden. Wie aus dem verhalten und den Ansprüchen abgeleitet werden kann, sind diese Tiere für kleine Kinder eher ungeeignet.